Entstehungsgeschichte des MKP

Die Geschichte des Monte Kali Pokalschießen
Ende 1983 hatte der Gefreite der Reserve Bernd Kern ein Erlebnis der besonderen Art:
Er war einer Einladung der Bundeswehr gefolgt und hatte an einem der beliebten Gästeschiessen teilgenommen.

Bei der Überprüfung des Ihm zugewiesenen G3 stellte er folgendes fest: Der Visierblock war lose, und auf entsprechende Intervention beim Leitenden wurde ihm gesagt:
„An der Waffe wird nicht geschraubt“
So musste man den Wettkampf eben mit einer offensichtlich defekten Waffe schießen, was natürlich ein entsprechendes Schießergebnis nach sich zog.
Er sprach daraufhin bei seinem Kreisorganisationsleiter (KrsOrgLtr) im Reservistenverband in Fulda, dem HFw d. Reserve Robert Friedrich, vor, berichtete Ihm von dem Vorfall und erkundigte sich nach der Möglichkeit, ein Schießen zu organisieren, bei dem die üblichen Fehlerquellen ausgeschlossen sein sollten. Herr Friedich nahm sich den Jahreskalender 1984 vor und sagte: Such Dir einen Termin aus! Ich regle die Sache mit der Bundeswehr und lade die Mannschaften ein, Du kümmerst Dich um den Ablauf. Und so war das 1. Schießen um den Monte Kali Pokal im August 1984 beschlossen.

Man war sich schnell einig darüber, dass die Veranstaltung überregional ausgeschrieben werden sollte und hatte es sich zum Ziel gesetzt, bereits für das erste Pokalschießen eine Teilnehmerzahl von über 200 Mannschaften anzustreben. Damit ein so großes Schießen realisiert werden kann, mussten folgende Änderungen an dem bisherigen Schießmodus vorgenommen werden:

  • Ein verbindlicher Zeitplan musste her, da die Schiesszeit auf 30 Minuten, später 20 Minuten pro Mannschaft begrenzt war.
  • Keine zeitraubende Trefferaufnahme am Stand, dafür Bereitstellung von Spektiven zur Trefferbeobachtung und gemeinsame Auswertung des Ergebnisses mit dem Mannschaftsführer nach Ende des Schießens.
  • Aufbringen von 4 Scheiben auf einen Scheibenträger, also eine Scheibe pro Schütze in der Mannschaft. Damit fielen die Rüstzeiten durch Scheibenwechsel während der Mannschafts-Schiesszeit aus. (Dieses System sprach sich übrigens sehr schnell herum, und alle großen Schießen in Europa bedienen sich heute dieser Erfindung des Kameraden Kern, sofern Sie keine elektronische Einrichtung zur Trefferaufnahme haben).

 

Offizieller Ausrichter der ersten Monte Kali-Pokalschießen war das damalige Verteidigungskommando VK  44 mit Sitz in Kassel unter dem Kommandeur Oberst Sobotta, welches zum damaligen Zeitpunkt auch noch Waffen und Munition für die Veranstaltung stellte, und die damals noch junge RK Giesel unter Leitung des HG d.R. Hubert Jörg kümmerte sich um die Organisation und Durchführung der Veranstaltung.

 

Ab 1986 übernahm das VKK 442 aus Rotenburg die Durchführung der Veranstaltungen. Nach Auflösung der VKKs im Jahre 1994 wurde das MKP noch viele Jahre durch das Verteidigungsbezirkskommando 44 aus Kassel ausgerichtet, bis die Bundeswehr in Form des VBK47 im Jahre 1998 ihre Unterstützung einstellte und die RK Giesel die alleinige Verantwortung für die Veranstaltung übernehmen musste.

 

Dies war nur durch die jahrelang aufgebauten und gepflegten, sehr guten Kontakte zu deutschen sowie Einheiten verbündeter Streitkräfte möglich. Insbesondere das im Jahr 2008 aufgelöste 39th Finance Battalion der US Army aus Hanau hat, zunächst als Unterstützer, später auch als Ausrichter, zum Überleben des Monte-Kali-Pokalschießens beigetragen.

Austragungsort war bis zum Jahre 1998 der BGS-Schießstand im Michelsrombacher Wald nahe Fulda. Nach der Schließung dieser Einrichtung wurde nach einigen Jahren der Wanderschaft über Rotenburg a.d.Fulda und Niederweimar mit der „US Army Darmstadt Messel Small Arms Range“ in Messel ein optimaler Austragungsort für das MKP gefunden, der es den Ausrichtern ermöglichte, ihren Gästen neben dem Pokalwettbewerb auch eine Vielzahl unterschiedlicher Übungen zum Erwerb ausländischer Schießabzeichen als Rahmenprogramm anzubieten.

Seit 1997 wird das MKP durch ausländische Truppenteile, insbesondere durch die US-Streitkräfte, aber auch durch Einheiten aus den Niederlanden, Belgien und Österreich. unterstützt. Nach dem Wegfall des Schießens mit US-Waffen in Schweinfurt ist das MKP das größte Schießen mit Militärwaffen in Europa sowohl in Bezug auf die teilnehmenden Teams als auch auf die Menge der verschossenen Munition.